Allgemein, Kräuter - Harze

Pflanzen & Harze destillieren, eine tolle Sache

hydrolat herstellen

Seit Jänner besuche ich einen Heilpflanzen-Basislehrgang bei Ines Sturm. Da wir beim Räuchern viele Pflanzen verarbeiten, wollte ich wissen, was diese Pflanzen sonst noch können. Sie können eine ganze Menge guter Sachen für Mensch und Tier.

In der letzten Einheit bekamen wir einen kleinen Einblick in das Thema Destillieren. Herausgekommen sind einige tolle Hydrolate. Mir persönlich hat es der Lavendel angetan. Den mag ich überhaupt sehr gerne riechen und er ist zudem Teil unseres PERFUMUM-Logos.

Was braucht man zum Destillieren?

Für den Eigengebrauch benötigt man zum Destillieren nicht allzu viel – und das meiste gibt’s im Haushalt:

  • Einen ausreichend großen Topf
  • Ein leeres Marmeladenglas oder das saubere Glas einer verbrauchten Räuchermischung 😉
  • Wasser – es wird ja ein Hydrolat
  • Ziemlich viel klein geschnittene Pflanzen
  • Eine große Pipette aus Glas oder eine große Spritze aus der Apotheke (für jede Pflanze eine neue)
  • Als Deckel, der auf den Topf passt, am besten eine Schneeschüssel. Wichtig ist, dass sie unten rund ist. Warum erfährst du noch.

Destilieren Im Topf

Ablauf der Destillation

Sobald alles in der Küche zusammengestellt ist, kann begonnen werden. Zuerst kommt das Marmeladenglas in die Mitte des Topfes. Den Topf nur mit soviel Wasser auffüllen, dass es beim Kochen nicht ins Glas schwappen kann. Die klein geschnittenen Pflanzen (nur eine Sorte, nicht mischen) vorsichtig ins Wasser geben. Das Glas soll sauber bleiben!

Herd einschalten, Deckel (Schüssel) darauf geben und warten bis es leicht kocht. Die Schüssel auf dem Topf soll den Wasserdampf kühlen. Das heißt, die Schüssel muss immer sehr kalt sein. Am besten geht das mit kaltem Wasser, das immer wieder erneuert wird oder viele Eiswürfel. Eine Mischung aus beidem war bei unserem Experiment das Idealste. So kann der Dampf von Wasser und Pflanze schnell gekühlt werden und tropft ins Marmeladenglas – deshalb die runde Metall-Schüssel.

Mit der Pipette oder der Spritze holt man immer wieder das Hydrolat aus dem Marmeladenglas und füllt es in ein leeres Glas. Das so entstandene Hydrolat ist sehr empfindlich, was Keime angeht. Deshalb immer aufpassen, dass alles sehr sauber bleibt und man nicht mit den Fingern irgendwo ankommt.

Die wertvolle Flüssigkeit kann in dunkle Flaschen gefüllt werden, wenn es ganz abgekühlt ist. Am besten Braun- oder Blauglas. Wir haben unsere Flaschen mit einem Sprühaufsatz verschlossen, so gelangen bei der Verwendung kaum Keime ins Glas.

“Professionellere” Hilfsmittel

Natürlich gibt es auch noch andere professionellere Arten zu destillieren. Hier zum Beispiel die Kupferdestille. Dabei tropft das Hydrolat selbst heraus und man muss nur für die Kühlung sorgen.

Im Kursraum musste etwas improvisiert werden, aber es hat alles super geklappt.

Destilieren mit der Kupferdestille

 

Und wofür machen wir das Ganze? – Verwendung

Es kann zur Aromatherapie eingesetzt werden. Wenn du selber Kosmetik machst kannst du damit verfeinern. Verschiedene Leiden können gemildert oder geheilt werden. Hier kommt es natürlich auf die Eigenschaften der Pflanze an.

Mein Lavendel wird gleich als Gesichtswasser verwendet. Geeignet für jeden Hauttyp, bei Akne, leicht verletzter Haut (nach der Rasur), Erfrischungsspray für Gesicht und Oberkörper bei Hitzewallungen und noch einiges mehr. Wenn du es ins Bügelwasser mischst, duften die Hemden besonders frisch. In vielen unserer Räuchermischungen ist Lavendel enthalten. Gib im Shop einfach Lavendel ein und du findest alle Mischungen, in denen Lavendel enthalten ist.

Nicht nur “weiche” Pflanzen können destilliert werden. Nein, auch mit Harzen oder Nadelbäumen funktioniert das. Mit Harz habe ich es noch nicht versucht, aber das mach ich noch. Mir fehlen noch zwei Sachen fürs Destillieren mit dem Topf. Wenn ich alles habe, steht dem nächsten Versuch nichts mehr im Wege und du wirst es in meinem nächsten Beitrag erfahren.

Probier es selbst einmal aus – und teile deine Erfahrung mit uns.
Schönes Wochenende. 🙂

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