Kärnten Trophy 2026 & Alpen Marathon

|

Kärnten Trophy 2026

Wenn ich wieder daheim bin, dauert es immer länger, bis der Abschluss-Beitrag erscheint. Daheim ist dann wieder Ende vom Urlaub und andere Dinge sind wieder wichtig. Jetzt sitze ich aber schon am PC, habe mir unterstützendes Räucherwerk aufgelegt (Sternentanz für die Kreativität und Emotionalität), die Fotos vorbereitet und brauch nur noch meiner Erinnerung freien Lauf lassen. Also zurücklehnen, lesen und genießen. 😎

Abschluss-Wochenende mit Motorradtouren

Wie im vorigen Beitrag „Vom Lago Maggiore zum Faakersee“ beschrieben, sind wir früh genug nach Kärnten aufgebrochen, um nur durch wenig Regen zu fahren. Nach einem Erholungstag haben wir uns recht früh bei Harry’s Biketours zur Kärnten Trophy mit den anderen Alpen-Marathon Teilnehmern getroffen. Alle wurden mit den obligatorischen T-Shirts ausgestattet. Ja, irgendwie ist es mittlerweile Usus, dass man bei solchen Veranstaltungen ein Shirt bekommt. Man mag davon halten, was man will, aber es verbindet schon und man erkennt sich auch gleich. Speziell am Anfang, sind alle noch fremd und damit dann doch erkennbar zusammengehörig. – Das nur als kurze Randnotiz. 😅

3 Länder Tour

Die erste Tour war gleich durch drei Länder:
Start und Ende natürlich in Österreich am in der Früh bedeckten und nachmittags in der Sonne strahlendem Faakersee. In Italien nach den ersten Kilometern durchs Friaul gab’s eine feine Pause in Venzone. Dieses Städtchen ist ein historisches Juwel. Ivo konnte sich sogar noch an das schwere Erdbeben in den 1970er Jahren erinnern, bei dem fast alles zerstört wurde. Heute erkennt man nichts mehr – es wurde vorbildlich wieder aufgebaut. Für unsere Stärkung gab’s feinsten San Daniele Prosciutto (Achtung: Prosciutto nicht Schinken!! 😉)

Ein weiteres Highlight war der Vršič-Pass in Slowenien im Soča Tal. Für Motorradfahrer ein Genuss hinauf auf den Pass mit herrlichen Spitzkehren – okay beim Runterfahren waren wir sehr dankbar um die trockene Straße, denn die Kehren sind mit Kopfsteinpflaster ausgelegt. Harry meinte, da sollten wir uns besser nicht zu sehr in die Kurven legen. Diese Gefahr bestand bei mir zumindest überhaupt nicht.

Es war Anfang Juni und zu unserer Freude noch nicht so viel Verkehr. Im Sommer und wenn man nicht ganz in der Früh fährt, soll es dort durch das Tal mit dem kristallklaren, smaragdgrünen Wasser der Soča recht bevölkert sein. Unsere Tour war zum richtigen Zeitpunkt.

Letzte Etappe dieser ersten Runde war das Bunkermuseum am Wurzenpass mit traditionellem Kanonengulasch. Die Verwegensten von uns sind auch noch mit dem Panzer eine Runde gefahren und haben sich die Bunker, die besonders im Jugoslawien-Krieg Verwendung fanden, angeschaut. Bin ich froh, dass ich nie in solchen Bunkern schlafen und Wache schieben musste.

Fahrt im Panzer
Mit Helm durften wir auch eine Runde im Panzer mitfahren – naja…

Wasser und Weitblick Tour

Um die Wasser und Weitblick Tour nicht komplett ins Wasser (Regen) fallen zu lassen, wurde vom Organisatoren-Team eine alternative Tour angeboten. Es sollte schon früh über den Schaidasattel gehen. Da es jedoch ziemlich intensiv geregnet hatte, war von dem Weitblick nichts zu sehen und so sind wir etwas später direkt zur Schokoladen-Manufaktur Craigher in Friesach gefahren. Das wollten wir uns natürlich nicht entgehen lassen – und es wäre wirklich schade gewesen. Feinste Schokolade, handgefertigt und gefährlich gut. Ein Familienbetrieb in 3. Generation, die alles selbst machen – sehr bewunderns- und unterstützenswert. Ganz nach deren Motto „Einfach Glück genießen“ haben wir uns die verschiedensten Sorten auf der Zunge zergehen lassen.

Schokoladenmanufaktur Craigher
Verkostung verschiedenster Schokoladen-Kreationen der Schokoladenmanufaktur Craigher in Friesach.

Nachmittags hat der Regen glücklicherweise aufgehört und so konnten wir die Tour regulär weiterfahren. Kleines Detail am Rande: an diesem Tag sind wir bei knackigen 11°C losgefahren und durften uns später über 26 °C erfreuen. Wie sagt man: „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Ausrüstung!“ – hat sich wieder bestätigt.

Der Stopp am Nachmittag war bei Brigitte Fischer’s Hofladen. Wir, Ivo und ich, waren wie immer die letzten. Witziger Weise hat uns unsere Google Navigation über einen Schotterweg geführt. Er war jetzt nicht so sonderlich schwierig zu befahren, hat uns aber dennoch verwundert – vor allem, als wir am Hof angekommen waren und alle anderen über eine normale asphaltierte Straße gekommen sind. Unsere Navigation kennt unsere Vorlieben schon recht gut – kurvig, gerne auch mal off-road auf nicht so befahrenen Wegen. Und je mehr wir dieser Art der Navigation folgen, desto mehr wird sie uns vorgeschlagen. Eine feine Brotzeit mit selbstgemachten Aufstrichen und Getränken gefolgt von einem Kuchen rundete diesen anfangs regnerischen Tag dann doch angenehm und perfekt ab.

Seen- und Almen-Tour

Die dritte Tour führte uns an einigen Seen (Ossiacher See, Wolfgangsee und gegen Ende auch noch zum Weißen See) vorbei und hoch hinauf übern den Nockalmpass und die Eisentalhöhe auf 2.042 m. Laut Information ist diese Höhe eine Murmeltierbastion. Zu der Zeit, als wir dort oben waren, haben sich aber keine blicken lassen. Da muss es wohl noch etwas wärmer werden. Wettermäßig war dieser Tag optimal, weil es nicht zu heiß war und trotzdem angenehm und vor allem trocken! Diesmal waren die Pässe wohl auch mit Spitzkehren geschmückt, aber da wenige Autos oder Motorräder unterwegs waren, ging es schön entspannt rauf und dann nach einer Brettljausn auch wieder runter.

Unser Kärntner Tourguide Harry führte uns noch vor Gmüd zu einer geteilten Kirche. Der Altar ist auf einer Seite der Straße und die Kirchenbesucher waren in 2 Etagen auf der anderen Seite untergebracht. Es ist schon spannend, was man da alles zu sehen bekommt. Dort in Gmünd ist das einzige private Porschemuseum. Auch wenn wir selbst keine allzu großen Porschefans sind, ist es dennoch ein Muss zum Anschauen.

geteilte Kirche in Gmünd
Links sind die Kirchenbesucher auf 2 Etagen untergebracht und der Pfarrer predigt vom Altar auf der rechten Seite der geteilten Kirche in Gmünd.
Porschemuseum in Gmünd
Das private Porschemuseum in Gmünd ist einen Besuch wert. Viele tolle und auch gut erhaltene Modelle und auch die Geschichte dazu.

Als krönenden Abschluss gab es am Samstag-Abend bei einer lustigen, feucht-fröhlichen Party mit Currywurst und genügend Bier zum Runterspülen auch noch eine Tombola. Von jeder Fahrt waren einige Fragen zu beantworten. Wir haben eine große Karte mit vielen Alpenpässen bekommen. Wer weiß, vielleicht fahren wir die richtige Alpen-Marathon Challenge mit 7 Tagen, 6 Ländern und 50 Pässen auch einmal mit. You never know. 🏍️😎

Flora & Fauna & Anekdoten

Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt, liebe ich ja besonders das direkte Naturerlebnis beim Motorradfahren. Speziell auf unserer heurigen Reise in Kärnten habe ich meinen naturwissenschaftlichen Horizont etwas erweitern können. (Leider habe ich in der Jugend in der Schule, als wir das so schön aufbereitet präsentiert bekommen haben, nicht so gewissenhaft mitgelernt.)

  • Flora: Bei dieser Gelegenheit haben mich besonders viele Blumen, deren Namen ich teilweise neu in meinen aktiven Wortschatz aufgenommen habe, und deren Düfte in ihren Bann gezogen: riesige Lindenbäume, Liguster, Holler, Hibiskus und Hortensien in blau, rosa und weiß waren nicht zu überriechen.
  • Fauna: Bei den Tieren konnten wir Rehe in freier Natur bewundern und ein wunderschöner Greifvogel (wie gesagt, leider große Wissenslücke) ist ziemlich knapp über mich hinweggeflogen. Ich weiß, dass er mit der Thermik fliegt und er hatte an den Flügeln jeweils einen helleren Streifen. Zum Fotografieren bin ich in voller Fahrt und bei dem kurzen Moment natürlich nicht gekommen – aber vielleicht kann jemand mit meiner Beschreibung etwas anfangen und mir im Kommentar einen Hinweis auf diesen Vogel geben. Adler, Geier und Milan habe ich schon ausgeschlossen.
  • 2000 = 2030: Normalerweise fahren Ivo und ich mit den gleichen Motorrädern. Diesmal musste seine Aprilia in die Reparatur und so ist er mit der Kawasaki gefahren. Spannend fand ich, dass seine Maschine bei 2000 km doch glatt 30 km mehr am Zählerstand hatte, als meine Aprilia. Ist er schneller gefahren und dadurch wurden mehr Kilometer gezählt. 😅
  • Apropos zählen: Hier noch die besondere Zählweise der Kärntner. Ich versuche sie mal aufzuschreiben, aber ihr könnt auch auf YouTube einige Videos finden, denn gesprochen klingt es nochmals besser. Am besten mit den Fingern mitzählen – leichte Abweichungen möglich – je nach Dialekt:
    1 – ana (einer), 2 – bade (beide), 3 – bade ana , 4 – bade bade, 5 – olle (alle Finger), 6 – olle ana, 7 – olle bade, 8 – olle bade ana, 9 – olle bade bade, 10 – olle olle

Mein Teelicht, das den Duft vom Sternentanz durch diesen Beitrag begleitet hat, ist langsam zu Ende und nun werde ich für heute abschließen. Habt einen schönen Abend und vielleicht habt ihr Vorschläge zu meiner Wissenslücke bezüglich Alpenvögel.

Doris & Ivo am Nockalmpass
Ein Selfie gehört schon dazu, besonders oben am Nockalmpass.

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Neueste Beiträge

Kärnten Trophy 2026 & Alpen Marathon

11.06.2026

Kärnten Trophy 2026 & Alpen Marathon

Weiterlesen
Vom Lago Maggiore zum Faakersee

03.06.2026

Vom Lago Maggiore zum Faakersee

Weiterlesen
Urlaub am Lago Maggiore

29.05.2026

Urlaub am Lago Maggiore

Weiterlesen