Wenn Ivo heute eine Tour plant, ist nicht nur Abfahrt, Weg und Ankunft wichtig, sondern das Wetter wird ebenfalls immer mit beachtet. Mit dem Motorrad macht das schon viel aus! Wir wussten, dass wir vom Lago Maggiore (im Tessin – Italienische Schweiz) zum Faakersee (in Kärnten – Nähe Villach) fahren wollten. Einziger Fixpunkt war, dass wir spätestens am Mittwoch in Kärnten ankommen.
Am Lago war es noch wunderschön, also sind wir übers Wochenende geblieben. Zur Auswahl stand Montag oder Dienstag für die Weiterreise mit kurzem Übernachtungsstopp und Klamottentausch in Innsbruck. Klamottentausch, da die Wetterprognose zuerst weiterhin so schöne und heiße Temperaturen versprach – wir waren bei über 30 °C, doch auf einmal waren es nur mehr 15 °C und Regen.
Was soll ich sagen: langer Rede kurzer Sinn: Ivo hat wieder alles bestens koordiniert und so sind wir am Montag trocken in Innsbruck angekommen. Die Weiterfahrt am nächsten Tag war ebenso viel besser, als einen Tag später. Den konnten wir dann bei Regenfall in der trockenen Unterkunft zur Erholung nutzen.
2 Tage – 2 unterschiedliche Touren
Vom Lago Maggiore nach Innsbruck waren es natürlich wieder um die 350 km. Diesmal sind wir über den Maloja-Pass und St. Moritz gefahren. Der Maloja-Pass war allerdings so schnell schon wieder vorbei, dass ich erst am nächsten See ein Foto machen konnte. Mit dem Motorrad ist an einer entsprechenden und verkehrssicheren Stelle stehenbleiben, Handschuhe ausziehen, Handy herrichten und Foto machen eine ziemliche Tortour, weshalb das immer im Vorfeld besprochen und verhandelt werden muss. 😍

St. Moritz ist schon sehr imposant: Riesige Hotelburgen – momentan zusätzlich etliche Baustellen und Renovierungsarbeiten. Als wir einen weiteren See – den St. Moritzersee – gesehen haben, wurde uns ganz deutlich bewusst, dass wir sicher noch nie durch diesen Schweizer Nobelort gefahren sind und definitiv nicht wussten, dass dort ein so schöner See liegt. Also ich denke, dort kann man es gut aushalten, wenn man das nötige Kleingeld hat. – Deshalb wohl noch nicht so schnell.
Das Wetterradar hat gleichfalls bestens funktioniert und wie gesagt, sind wir trockenen Fußes bzw. trockenen Rades in Innsbruck angekommen. Damit wir das Urlaubsfeeling nicht verlieren, gab’s in einer neuen italienischen Bodega in Innsbruck ein genüssliches Abendessen. Am nächsten Tag wurden die Koffer nur etwas den geänderten Temperaturen angepasst und schon ging es wieder weiter.

Der auffälligste Unterschied dieser 2. Tour war das Geruchserlebnis. Von der blühenden und duftenden Umrahmung zu Ackerbau und Viehzucht. Gefühlt, hat jeder Landwirt im Pustertal genau an unserem Reisetag beschlossen seine Felder zu düngen. Dazu kam bereits ab dem Brenner ein wechselnd intensiver Regen, der den Duft irgendwie noch besser erhalten hat.
Beim Durchfahren des Pustertals waren wir sehr über die wahre Autoflut in der Gegenrichtung verwundert. An einem Wochenende kennt man das ja, aber es war Dienstag! In Lienz wurden wir dann aufgeklärt: der 2. Juni ist in Italien Nationalfeiertag und die Italiener sind mit großer Familienkonstellation unterwegs. Damit war das auch geklärt.
Wieder eine Runde um einen See
Der heutige Tag hat mit kräftigem Regen und sehr kühlen Temperaturen angefangen. Der ganze Vormittag war nach dem obligatorischen Qigong zur Erholung gedacht. Sobald es dann aufgehört hat, sind wir dennoch – diesmal aber zu Fuß – um den Faakersee spaziert. Beim Lago Maggiore haben wir mit dem Motorrad 4 Stunden herum gebraucht – hier am Faakersee waren es zu Fuß ca. 2 – 2,5 Stunden.
Der Faakersee ist ein Privatsee und die meisten Grundstücke am See gehören einem Campingplatz, einem Hotel oder sonstiger Unterkunft. Dennoch hat der Tourismusverband ein Grundstück – sogar direkt bei unserem Hotel – erstanden und gewährt kostenlos Zutritt zum See. Wenn es richtig warm ist, sollte man sich also möglichst früh ein Platzerl reservieren.
Dann war’s das wieder für heute. Morgen starten wir die Kärnten Trophy – 3 Tage 3 unterschiedliche Touren über Pässe und die 3 angrenzenden Länder: Österreich, Italien und Slowenien. Bin schon sehr gespannt.
Diesen Blogbeitrag konnte ich übrigens sehr angenehm bei Sonnenschein auf unserem Balkon schreiben, während ganz sanft der Duft vom Kyphi auf dem mitgebrachten Stövchen wieder einen blumigen Duft in meine Nase brachte. Bis bald.


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