Heuer habe ich nochmal die Destillerie Bergila besucht. Nein, das hat nichts mit Schnaps oder Ähnlichem zu tun. Hier werden ätherische Öle und Hydrolate hergestellt 😉 2024 war ich schon einmal dort, nur leider haben da keine Pflanzen geblüht. Diesmal blühten zwar die meisten Pflanzen, dafür fanden an diesem Tag keine Führungen statt. Man sollte doch die Öffnungszeiten genau lesen. Gut, dass ich noch ein paar Fotos behalten habe.

Diese Bilder zeigen wie früher gearbeitet wurde, wo und wie im Wald ziemlich weit oben alles per Hand geschnitten und ins Tal gebracht wird und einen Ausschnitt von einer Blütenernte.

Dabei durften wir sogar zuschauen. denn eine Mitarbeiterin hat gerade von der Königskerze Blüten gesammelt. Mann ist das eine Arbeit. Die Blüten sind nicht gerade sehr groß und wenn du am Bild genau hinschaust, siehst de, dass noch sehr viele Blüten geschlossen sind. Also wenn heute alles erledigt ist, kann morgen schon wieder von vorne begonnen werden.
Interessant fand ich auch das kleine Museum mit den alten Geräten. Es ist faszinierend zu sehen, wie früher gearbeitet wurde – ganz ohne moderne Technik. Eigentlich hat sich an der Art der Destillation bis heute gar nicht so viel verändert.
Auf dieser Destille steht das Jahr 1945. Wenn man sich jetzt die neue anschaut, hat sich nicht soo viel getan. Kleine Destillen schauen heute noch fast so aus.
Die Technik hat sich schon verändert. Hier kann der Druck eingestellt werden. Der ist nicht bei allen Pflanzen gleich. Bei Nadelhölzern ist er natürlich größer als bei Blättern oder Blüten.
Ich muss allerdings zugeben: Von der Führung ist leider nicht mehr alles hängen geblieben nach zwei Jahren. Das ist eben so, wenn man sich nicht gleich Notizen macht. Also bleibt mir wohl nichts anderes übrig, als noch einmal hinzufahren. 😉

Destilliert wird mit Wasserdampf unter ziemlich hohem Druck. Wie hoch der Druck genau war oder wie lange eine Destillation dauert, weiß ich leider nicht mehr. Was mir aber in Erinnerung geblieben ist: Aus einem riesigen Kessel gewinnt man überraschend wenig ätherisches Öl. Dafür entsteht jede Menge Hydrolat.
Als wir dort waren, wurde gerade Wacholder destilliert. Schon der Duft war einfach herrlich! Besonders begeistert hat mich ein kleiner Wasserhahn mit einem Becken darunter. Drückt man auf den Knopf, kommt kein Wasser heraus, sondern frisches Wacholderhydrolat. Das fühlt sich unglaublich angenehm auf der Haut an. Meine Arme waren danach so weich wie ein Babypopo, und der Duft war einfach eine Wohltat. Wer eine Glasflasche dabei hat, darf sich sogar etwas Hydrolat mitnehmen. Allerdings sollte man nur kleine Mengen abfüllen, denn Hydrolate sind leider nicht unbegrenzt haltbar.
Duftstadl der Destillerie Bergila
Ein weiteres Highlight ist der sogenannte Duftstadl. Dort werden die frisch destillierten Pflanzen ausgebreitet, solange sie noch warm sind. Rund um den Raum stehen Bänke, und betreten wird der Stadl nur barfuß – also ohne Schuhe und Socken. Hat man sich einen Platz gesucht, kann man die Füße in den warmen Pflanzen vergraben. Leider konnte ich das diesmal nicht ausprobieren, weil schon sehr viele Besucher dort waren.
Wacholder wird unter anderem eine entwässernde, antibakterielle und verdauungsfördernde Wirkung nachgesagt. Außerdem soll er Leber und Bauchspeicheldrüse anregen, das Gewebe straffen, aktivieren und sogar eine schützende Wirkung haben. Da kann ich mir gut vorstellen, wie wohltuend so ein Fußbad im warmen Pflanzenbett ist. Und weil die Zweige nach der Destillation schön weich sind, pieksen die sonst recht spitzen Nadeln vermutlich kaum noch.

Einige Pflanzen aus dem kleinen Kräutergarten sind mir bekannt, denn sie sind auch in unseren Räuchermischungen enthalten. Dazu gehören zum Beispiel Meisterwurz, Kalmus, Engelwurz (Angelica) und Beifuß.
Wusstest du eigentlich, dass manche Pflanzennamen schon verraten, wofür sie verwendet werden? Beinwell oder Lungenkraut sind gute Beispiele dafür. Auch der Frauenmantel gehört dazu. Und Eibisch kennen viele wahrscheinlich aus Hustenzuckerl oder Halsmitteln – seine beruhigende Wirkung wird schon lange geschätzt.
So, jetzt habe ich dir ein kleines Stück von meinem Ausflug erzählt. Am Schönsten ist es aber, wenn du dir das alles selbst einmal anschaust. Achte nur unbedingt auf die Öffnungszeiten und darauf, wann die meisten Pflanzen blühen. Dann ist der Garten besonders beeindruckend. Und ich finde es jedes Mal spannend, Pflanzen, deren Namen man schon oft gehört hat, endlich einmal in der Natur zu entdecken.
Unter uns: Ich habe die Besichtigung mit einem Besuch in Meran verbunden. Da ist jeden Freitag Markt.
Jetzt wünsche ich dir noch eine schöne Zeit.


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