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Labdanum (Cistrose)

Heute geht es um die wunderschöne Cistrose, dessen Harz in vielen unserer Räuchermischungen enthalten ist:

Allgemeines

Die Pflanze wächst auf magnesiumreichen Böden in Südeuropa, sprich in den meridianen Gebieten, die Maccialandschaft bietet ideale Voraussetzungen. Der Strauch wird ca 1m hoch , hat duftlose, zart anmutende rosafarbene, knittrige Blütenblätter (erinnern an den Mohn oder an die Blüten der wilden Heckenrose). Mit den Rosengewächsen hat die Cistrose nichts zu tun, sie bildet eine eigene Familie, nämlich die der Cistrosengewächse, diese wiederum besteht aus 20 Unterarten.

In heißen Sommern klappt die Cistrose einfach ihre Blätter ein und wartet auf den nächsten Regen. So kann sie monatelang verharren, um dann bei den ersten Niederschlägen im Herbst ihre Blätter zu öffnen. Dabei bildet sie dicke Blütenknospen, welche sich dann im Frühjahr öffnen. Immer wieder schön zu sehen, wie ausgeklügelt sich die Natur zu helfen weiß.

Ein klebriges Harz, das Ladanum (oder auch Labdanum genannt), umgibt die behaarten Blätter, welche einen leicht gräulichen Schimmer haben.

 

Gewinnung

Noch heute wird das Harz in Griechenland auf tradionelle Weise geerntet, wobei das Harz mit der höchsten Qualität aus Kreta kommt. Das Kretische Labdanum hat einen besonders ambraartigen Duft.

Herodot, der antike Geschichtsschreiber hielt fest:

“Labdanum hat den schönsten Geruch und stammt vom übelriechendstenen Ort, nämlich vom Barte der Ziegenböcke”

Tatsächlich wurden noch bis in unsere Zeit hinein  Ziegenböcke, die bekanntlich ja wirklich nicht besonders angenehm riechen, in die Cistrosenbestände getrieben, an deren Zweigen sie sich satt aßen. Nebenbei blieb das klebrige Harz an ihren Bärten hängen und wurde am Abend sorgfältig ausgekämmt, anschließend wurde das wachsartige Harz zu kleinen Stäben gepresst und in den Handel gebracht.

Eine andere Form der Gewinnung: In der Mittagshitze gehen die Frauen mit stoffbespannten Rechen zu den Feldern und bearbeiten damit die Pflanzen. Das weiche Harz bleibt an den Stoffen hängen und wird so abgesammelt. Die Ziegen werden durch den Cistusbestand getrieben, das Harz bleibt an ihrem Fell hängen und wird danach herausgekämmt.

Duft/Wirkung

Das dunkelbraune Harz war eines der Lieblingsdüfte der Kretischen Frauen, man verräucherte es zur Morgentoilette um Kleider und Körper zu beduften. Ebenso wurde es in den Baderäumen verräuchert.

Bei jedem Räuchern entdeckt man eine neue Duftkomponente, holzig, balsamisch ,moorig, blumig, honigartig etc.

Der warme Labdanumgeruch ist für Menschen , die ihre eigene Wärme und Sinnlichkeit wieder erfahren möchten. Dieser Duft erdet uns besonders gut, wenn wir viel Kopfarbeit leisten mußten, und mehr oder weniger den Boden unter den Füßen verloren haben. Er hilft uns wieder zu spüren!

Dieser Duft dringt tief in unser Unbewußtes und weckt dort Erinnerungen, Bilder, Gefühle und Stimmungen.

Das Harz wurde früher in viele Kulturländer exportiert, denn Jedermann war bezaubert von diesem Duft und Viele zauberten damit ihre eigenen Duftkompositionen.

Auch die heutige Parfumerie möchte auf Labdanum nicht verzichten. Sie braucht diesen Duft für Kompositionen von Ledergerüchen, Moosnoten und Ambradüften.

Die Ägypter verwendeten Labdanum  in ihren Kyphi-Mischungen, die Hebräer nahmen ihn für Tempelweihrauch her und im Mittelalter war die Kardinalsweihrauchmischung sehr bekannt. Sie bestand aus Labdanumharz, Myrrhe , und Kalmus.

 

Feinstoffliches

Die Stärke der Zistrose liegt in der Ruhe. Wenn durch heftige , plötzliche Krisen Angst und Panik auftreten, dann legt sich ihre beruhigende Kraft wie Balsam auf die Seele. Sie hilft uns sich wieder zu stabilisieren, und bringt Klarheit und den Überblick wieder zurück. Sie kann helfen Verwundungen zu heilen, die durch seelische Grenzverletzungen entstanden sind.

Die Cistrose gilt als eine sehr starke und sehr alte Heilpflanze. Die ersten Hinweise für medizinische Zwecke stammen aus dem 4 Jhd. v. Ch. – damals war es üblich besondere Heilpflanzen für religiöse Rituale einzusetzen. Somit verwundert es nicht wirklich, dass man zum Beispiel am Turiner Grabtuch, Pollen dieser Pflanze fand.

Um Tees oder Öle zu gewinnen verwendet man die Blätter (diese sind wie schon erwähnt leicht klebrig wegen dem Harz).

Die Heilwirkung der Cistrose wird immer mehr erforscht. Im Labor wurde gezeigt, dass sie eine ausgeprägte Wachstumshemmung gegenüber zahlreichen Bakterienstämmen und krankmachenden Pilzen hat. In ihrer Heimat, vor allem in Griechenland, gilt die Cistrose in der Volksheilkunde als Grippemittel und als Lebensverlängerer.

Die Polyphenole in der Zistrose sind Radikalfänger, die für die Entstehung vieler Krankheiten verantwortlich sind.

Cistrosensirup

eine Handvoll Cistrosentriebspitzen mit 1/4l Wasser aufkochen abfiltern, 150 g Honig dazu-leicht wärmen-abkühlen und anschließend abfüllen.

Dient zum Zellschutz und stärkt die Abwehrkräfte. Für Erwachsene 6 El und für Kinder die Hälfte über den Tag verteilt einnehmen.

 

Erzählt uns über Eure Erfahrungen mit der Cistrose, wir freuen uns darauf.

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