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Das Gänseblümchen (Bellis perennis)

Heute möchte ich Euch  das Gänseblümchen ein bisschen näher bringen. Es ist einer meiner Lieblingsblumen. Für mich strahlt es Freude, Heiterkeit, Schlichtheit und Schönheit aus. Der Anblick zaubert mir immer wieder ein Lächeln ins Gesicht!

Nach einer Legende ist das Gänseblümchen aus den Tränen der Maria entstanden, als sie aus Ägypten flüchtete. Auch bei den alten Germanen war es eine Blume der Göttin Freya, ein Symbol für Fruchtbarkeit und Neubeginn.

Die ersten drei Gänseblümchen, die man im Frühling findet, soll man essen bzw. sie direkt mit dem Mund abbeißen, dann bliebe man das ganze Jahr über gesund und fieberfrei. Wenn man mit dem Fuß auf sieben Gänseblümchen treten kann, dann ist der Frühling da 🙂 . Aber keine Sorge, auch wenn das Gänseblümchen oft unachtsam betreten wird, es steht immer wieder auf, deshalb steht es auch für “unbändige Kraft und Beständigkeit”.

Das Gänseblümchen wird auch als “die immerwährend Schöne” bezeichnet, es stellt das Urbild einer Blume dar und eigentlich kennt es Jeder. Es gehört zu der Familie der Korbblütler, sein Blumenkranz ähnelt ja auch dem eines Körbchens.

Als Kinder haben wir mit Hingabe Ketten und Haarkränze aus den fröhlichen Blüten gebastelt. In der Blumensprache steht das Gänseblümchen für kindliche Unschuld und Reinheit.  Man dachte das Gänseblümchen würde Kinder davor schützen, von Feen entführt zu werden, deshalb sah man es gerne, wenn Kinder Ketten und Kränze daraus flochten. 

Unser Bellis perennis ist ein verlässlicher Wetteranzeiger. Wenn ihr mal ganz bewusst und beobachtend durch die Natur wandert, werdet ihr feststellen,  wenn die Blütenköpfchen morgens schon geschlossen sind, wird es tagsüber kaum Sonne geben, aber sicher Regen.

Außerdem kann man gut beobachten, wie sich das hübsche Blümchen immer dem Verlauf der Sonne zuwendet.

Das Gänseblümchen ist trittfest, widerstandsfähig und frostresistent. Gesammelt werden die Blüten und Blätter, besonders lecker im Frühjahr, es kann aber auch das ganze Jahr hindurch gesammelt werden.

Bei Insektenstichen lindert es Juckreiz und nimmt die Schwellung, wenn man die Blüten oder Blätter zerreibt und auf die besagte Stelle legt.

Die Blümchen haben einen leicht scharfen Geschmack. Weiter unten ein Rezept für eingelegte Knospen. Sehr lecker!

Herrlich schmeckt auch ein saftiges Bauernbrot mit frischer Butter und mit Gänseblümchen bestreut, meine Kinder liebten es und es half ihnen nach einem Infekt wieder rasch auf die Beine zu kommen.

Unser Gänseblümchen ist also sehr gesund, enthält viele Vitamine speziell Vitamin C, Mineralstoffe, ätherische Öle, Gerbstoffe, Saponine und Antioxidantien.

Um diese Wirkstoffe für die Hautpflege nutzbar zu machen, kann man eine einfache Tinktur herstellen oder ein feines Hautpflegeöl. Rezepte nachfolgend.

In der Volksheilkunde wurde es als Blutreinigungsmittel in Form von Frühjahrskuren verwendet, hilfreich bei Bluthusten und Erkältungen, Bronchitis, Angina, Blasen-und Nierenleiden, Leberschwäche, Hautproblemen etc.

Es soll auf die Psyche aufheiternd und stärkend wirken. Außerdem wirkt es zusammenziehend (astringierend), krampf- und schleimlösend, entwässernd, blutreinigend, stoffwechsel-und verdauungsanregend sowie schmerzstillend.

Weitere Bezeichnungen sind:

  • Maßliebchen
  • Kindsblümle (besonders Kinder lieben das zarte Blümchen, gerne basteln die Kleinen daraus eine Blumenkette oder einen zarten Haarkranz)
  • Gänselieschen
  • Mauerblümchen
  • Regenblume (bei Regen bleibt das Blütenkörbchen geschlossen)
  • Sonnenbraut
  • Tausendschön uvm…

Gänseblümchentinktur:

Einige Blütenköpfchen sammeln und im Schatten rasten lassen, damit auch die kleinen Tierchen noch flüchten können. Anschließend die Blüten in ein Schraubglas füllen und mit Alkohol (mind. 40%) bedecken. An einen warmen, sonnigen Ort stellen und immer wieder schütteln. Nach ca. 4 Wochen abseihen und in ein braunes Fläschchen abfüllen.

Gänseblümchenöl:

das Gleiche Verfahren wie oben, nur statt Alkohol wertvolles Mandel-Olivenöl oder Jojobawachs verwenden. Wirkt pflegend, beruhigend und entzündungshemmend für die Haut.

Gänseblümchenkapern:

zwei Handvoll Blütenknospen 24 Stunden in Salzwasser legen – kurz heiß abspülen – in ein Glas füllen uns mit 1/2 l Apfelessig übergießen und fest verschließen – zwei Wochen ziehen lassen.

KOSMETIK:

Gänseblümchencreme:

  • 100ml hochwertiges Öl ( Mandel-Oliven-Nachtkerzenöl)
  • ca. 15g frische Gänseblümchen
  • 10g Bienenwachs

Die Blüten im Öl bei kleiner Stufe langsam wärmen, besser gesagt ausziehen lassen – abseihen – Bienenwachs dazugeben und flüssig werden lassen – in kleine Döschen abfüllen –  erkalten lassen und erst dann zuschrauben. Hilft bei kleinen Wunden, Juckreiz und Schwellungen nach Insektenstichen. Macht außerdem eine schöne, zarte Haut und soll gegen Faltenbildung helfen!

Falls Ihr weitere Tipps und Ergänzungen habt, freuen wir uns auf Eure Kommentare.

2 Antworten auf “Das Gänseblümchen (Bellis perennis)

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  1. Liebe Doris,
    hier in China gibt es zwar wunderschöne orchideenähnliche weiße Blumen, die hier fast so zahlreich wachsen, wie die Gänseblümchen bei uns in Österreich, aber Gänseblümchen habe ich noch nicht eines gesehen…
    Werde mich wohl morgen wieder mal ans Werk machen und meine Erlebnisse aufschreiben. – Es sind soo viele und eigentlich immer was zu tun 😉
    Ein herzliches Haola Doris